Verein


Historie

Schon bei den alten Ägyptern, Griechen und Römern kannte man Ballspiele, in denen hauptsächlich der Fuß oder Oberschenkel benutzt wurde. Fußball in der Art, wie wir ihn heute kennen, wurde in England schon seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gespielt. Um 1900 gewann dieses Ballspiel dann auch auf dem Kontinent an Beliebtheit. Der erste westdeutsche Fußballklub wurde im Jahre 1894 in Mönchengladbach gegründet.

In unseren Dörfern begann alles sehr viel später. Etwa um die Zeit 1919/1920 unternahm man die ersten Versuche in der Fußballkunst. Von der amerikanischen Besatzung hatte man einen eiförmigen Ball erhalten, wie der bei den Football-Spielen verwendet wird. Sogar Trikots – wenn auch nicht einheitlich – hatte man sich gekauft bzw. aus alten Bettlaken und sonstigen Stoffresten nähen lassen. Man spielte auf dem Bungert, wie das Wiesengelände unmittelbar hinter der Pfarrkirche in Leimersdorf heißt, später auch auf einer Wiese in Niederich. Ein Verein bestand jedoch noch nicht. Ab und zu fuhr man mit den Fahrrädern zur Erpeler Ley, um dort in Freundschaftsspielen gegen die Mannschaft von Erpel anzutreten. Trotz mancher Widerstände, besonders bei den älteren Bürgern, stieg das Interesse an Fußball immer mehr.

Die Gründung des Vereins
Man schrieb den 08. Juli 1926. In der Gastwirtschaft Schüttler zu Leimersdorf hatten sich alle sportlich interessierten jungen Männer zur Gründung eines Sportvereins zusammengefunden. Die Rhein- und Ahrzeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 10. Juli 1926 über dieses Ereignis wie folgt:

„Leimersdorf, 10. Juli. Das große Sportinteresse, das in der Gemeinde Leimersdorf herrscht, ließ am vergangenen Donnerstag im Lokal von Herbert Schüttler zu Leimersdorf zur Gründung eines Sportvereins schreiten. Auf Einladung eines echten deutschen Sportlers hin kamen die begeisterten Sportfreunde.

Somit ist ein Aufbau auf einem festen Fundament gesichert. Nachdem die Versammlung eröffnet worden war, schritt man zur Aufstellung der Statuten. Als man den Entwurf der Statuten einer genauen Prüfung unterzogen hatte, tätigte man die Vorstandswahl. Der Vorstand konnte durch Akklamation gewählt werden. Hierbei machten die stimmberechtigten Sportler einen sehr guten Treffer, denn soll der Verein aufblühen, so müssen energische Führer fungieren. Es wurden einstimmig gewählt: zum Präsidenten und Spielführer Obermonteur Arthur Ramrath, zum Schriftführer und Kassierer Verw.-Ang. Toni Bollig, zu Beisitzern Kaufmann Josef Münch, Kaufmann Josef Willems und Zimmermeister Jakob Hambach. Zum Schluss beschäftigte man sich mit der Namensnennung. Es wurde die Bezeichnung „Deutsche Jugendkraft“ vom Vorsitzenden in Vorschlag gebracht und einstimmig von der Versammlung gutgeheißen. Möge dem Sportverein „Deutsche Jugendkraft“ Leimersdorf die Durchführung eines edlen Sports voll und ganz gelingen!“

Wie im ersten Abschnitt der Statuten festgelegt wurde, sah der Sportverein seine Aufgabe darin, „die Einigkeit unter der Jugend in hiesiger Gemeinde zu fördern und durch sportlich Darbietungen die Sittlichkeit hoch zu halten bzw. neues Sportleben in die heranwachsende Jugend zu bringen und dadurch gesunde Herzen zu erzielen“. Mitglied werden konnte nur, wer das 16. Lebensjahr vollendet und seinen Wohnsitz im Bereich des Vereins (Gemeinde Leimersdorf) hatte. Ausnahmen sollten jedoch auf Beschluss der Generalversammlung zulässig sein. Der Mitgliedsbeitrag betrug monatlich 20 Pfennig, die im Voraus zu bezahlen waren. Starb ein Mitglied, so waren alle aktive und passiven Mitglieder „ehrenverpflichtet“ am Begräbnis teilzunehmen. Eine Kranzspende sollte aus Rücksicht auf die schmale Finanzlage des Vereins jedes Mal vorher von einer besonders einzuberufenden Versammlung beschlossen werden.

Organisation und Aufgabe des DJK-Verbandes
In der Gründungsversammlung hatte man dem Sportverein Leimersdorf den Namen „Deutsche Jugendkraft“ gegeben und damit die Zugehörigkeit zum großen Verband „Deutsche Jugendkraft“, abgekürzt DJK, festgelegt. Dieser war 1920 in Würzburg ins Leben gerufen worden und hatte erst um 1926 durch die Gründung des Rhein-Ahr-Bezirks auch in unserer Gegend Fuß gefasst.

Die DJK bildete als Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen keinen selbstständigen Verband, sondern eine Unterabteilung der Stammverbände, wie Jungmänner- und Jugendverband, Verband der kath. Gesellenvereine usw. Man musste also, um Mitglied der DJK werden zu können, einem der genannten Vereine angehören. Doch das erfuhr man in Leimersdorf erst einige Zeit später. So gründete man im Jahr 1929 einen Jungmännerverein, dessen Vorstand der damalige Pastor Knopp übernahm. Eine große Rolle spielte dieser nur pro forma ins Leben gerufene Jungmännerverein allerdings nicht. Zusammen mit der Unterabteilung DJK hatte er im Februar 1934 22 Mitglieder.

Aufgabe des DJK war die Sportpflege in katholische Gemeinschaft. So vereinigten die DJK-Abteilungen in den Städten nicht nur Ballspieler, sondern auch Turner, Leichtathleten, Schwimmer und Wanderer. Wie sah es damit in der DJK Leimersdorf aus? Zwar stand im Saale Schüttler zu Leimersdorf ein Reck, an dem man turnte. Zwar betrieb man hier zeitweise gemeinsam Gymnastik. Auch geschwommen wurde in einem Weiher im Remagener Wald, der sog. Kleykuhl. Gelaufen wurde ebenfalls ab und zu und zwar zwischen der Wirtschaft Blaufärber in Oeverich und der Wirtschaft Schüttler in Leimersdorf (klassische 1500m!). Der Drögge Hein (Heinrich Schäfer aus Oeverich), der sich als Förderer des Vereins bei vielen Anlässen hervortat, setzte dann z. B. einen Kasten Bier als Siegprämie aus. Aber dies alles – bereitete es auch großen Spaß – war keineswegs ein geregelter Spielbetrieb. Intensiv wurde in Leimersdorf nur Fußball gespielt.

Aller Anfang ist schwer…
Im Gründungsjahr 1926 gab es in Deutschland rund 5.000 Fußballvereine, aber nur wenige in der Nachbarschaft von Leimersdorf. Man spielte bei uns in zwei Verbänden, im westdeutschen Spielverband und in der DJK, die keine Verbindung miteinander hatten. In den Städten Remagen und Ahrweiler bestanden Fußballmannschaften in beiden Verbänden.

Die ersten Spiele führte die DJK Leimesdorf in schwarzen Turnhosen und weißen Unterhemden durch. Dann kauften sich die Spieler schwarz-weiße Trikots. Später beschloss man in der Generalversammlung, die Farben Blau und Weiß als Vereinsfarben anzunehmen. Die schwarz-weißen Trikots übernahm die 2. Mannschaft, die inzwischen ins Leben gerufen worden war.

Um die Finanzen des Vereins aufzubessern, führte man, wie damals in allen Vereinen üblich, Theaterspiele auf. So gelangte am Sonntag, den 06. Februar 1927, das Schauspiel in fünf Aufzügen „Der verloren Sohn“ und anschließend „Flips und Flaps“, ein Lustspiel in einem Akt zur Aufführung.

Der Fußballplatz
Der Fußballplatz lag auf dem Kirchfeld gegenüber der alten Schule, dort, wo jetzt die neue Schule und das Lehrerhaus stehen. Noch heute erinnert die hierhin führende Platzstraße daran. An Pacht musste der Verein jährlich 60 RM an die Kirchenkasse zahlen. Da dieses Spielfeld zu klein war, pachtete man das daneben liegende Feld der Familie Schmitz hinzu. Der so vergrößerte Platz konnte am Ostermontag 1930 eingeweiht werden. Zur Eröffnung spielte die Mannschaft von Adendorf gegen Grau-Rheindorf. Mit letzterem Verein pflegte man noch eine lange Freundschaft. Da der Sportplatz auch von den Schulkindern zum Schulsport benutzt wurde, beteiligte sich der Schulverband Birresdorf-Leimersdorf zur Hälfte an der Pacht. Hatte es zuerst manchen Ärger gegeben, wenn an der Schule Fensterscheiben zerbrachen – das untere Tor lag nämlich vor dem Schulgebäude und Fensterläden waren nur im Erdgeschoss vorhanden – so flog jetzt der Ball immer wieder auf den angrenzenden Friedhof und beschädigte die Anlagen. Diesen Übelstand beseitigte man schließlich durch einen Zaun.

Das Spielgeschehen
Bereits 1926 nahm der Verein an Meisterschaftsspielen teil. Mit etwas fünf weiteren Mannschaften aus der näheren Umgebung und aus den Orten an der Ahr spielte Leimersdorf in der Bezirksklasse Rhein-Ahr. Zu den Auswärtsspielen fuhr man entweder mit dem Fahrrad oder mit dem Viehwagen von Reiss und Zansig auf Fritzdorf. Es fanden längst nicht so viele Spiele wie heute statt. An manchen Tagen, wie an hohen kirchlichen Festen und an Wahltagen, bestand zudem Spielverbot. Fanden Treffen der großen Vereine statt, durfte ebenfalls nicht gespielt werden, um jenen nicht die Zuschauer zu entziehen. Es befand sich alles noch im Aufbau. In der Saison 1928/29 begannen im Bezirk Rhein-Ahr acht Mannschaften die Rundenspiele, von denen fünf durchhielten.

Erster wurde Remagen I vor Eckendorf, Remagen II und Leimersdorf. Am Schluss lag Ringen. Im folgenden Spieljahr 1929/30 erreichte die DJK Leimersdorf hinter Hönningen den zweiten Platz und 1930/31 gelang ihr der Aufstieg in die Gauklasse. Hier spielte man gegen die DJK-Mannschaften Kolpingia Andernach, Remagen I, Sinzig I, Kripp I und Westum I. In dieser Klasse konnte sich Leimersdorf bis zuletzt halten. Für etwa zwei Jahre erhielt der Verein auch einen eigenen Trainer, den in Bad Neuenahr wohnenden Josef Höper.

Fanatische Zuschauer
Trotz der starken Gegner lieferte Leimersdorf viele mitreißende Spiele. Begeistert waren oft die zahlreichen Zuschauer, die am Sonntagnachmittag das heimische Spielfeld säumten. Manche fanatischen Zuschauer konnten aber auch – besonders wenn die gegnerische Mannschaft führte – recht ungemütlich werden. In lebhafter Erinnerung sind heute noch die Vorfälle, die sich bei einem Spiel gegen Kolpingia Andernach ereigneten. Die Andernacher Spieler konnten sich nur durch die Flucht in die Wirtschaft Schüttler vor einer Tracht Prügel der Zuschauer retten. Unter dem Schutz des herbeigerufenen Überfallkommandos bestiegen sie schließlich den Bus und fuhren nach Hause. Allgemein waren die Sitten früher rauer als heute. Der Satz: „Ham’me jewonne, watt me so loofe mösse?“ (Haben wir gewonnen, dass wir so laufen müssen?), war vor allem bei den städtischen Mannschaften, die auf die Dörfer fuhren, bekannt.

Bezirkswaldlauf Leimersdorf
Ein großes sportliches Ereignis in Leimersdorf, das sich nicht einmal um Fußball drehte, war der Frühjahrswaldlauf des DJK-Bezirks-Rhein-Ahr am Sonntag, dem 02. April 1931. Unter großer Beteiligung zahlreicher Vereine wurden in mehreren Klassen verschieden lange Geländeläufe durchgeführt. Mehrere Sportler aus der DJK Leimersdorf konnten sich auf den vorderen Plätzen platzieren. Josef Schneider auf Niederich belegte in der Seniorenklasse über eine Strecke von 3.000 Metern sogar den ersten Platz.

Die letzten Jahre der DJK Leimersdorf
Neben der zweiten Mannschaft, die oben schon genannt wurde, entstand in den 30-er Jahren auch einen Schülermannschaft. Zeitweise, so z. B. 1932 und 1933, zogen sich die Nierdendorfer Spieler aus der ersten Mannschaft zurück und bildeten einen eigenen DJK-Verein. Im Jahre 1935 wurde der deutsche Verband DJK mit damals rund 300.000 Mitgliedern von den Nazis aufgelöst. Der Leimersdorfer Sportverein hat – so wird wenigstens berichtet – danach noch kurze Zeit als Mitglied im Westdeutschen Spielverband weiter bestanden, bis er sich endgültig auflöste.

Neugründung nach dem Krieg
Ungefähr zehn Jahre waren vergangen, seit es in Leimersdorf einen geregelten Fußballbetrieb gegeben hatte. Inzwischen hatte man das „Tausendjährige Reich“ und einen großen Krieg überstanden. Das Interesse am Fußballspielen hatte jedoch nicht nachgelassen.

Bereits 1946, als manch schon aus dem Krieg heimgekehrt waren, trafen sich etwa 15 junge Männer, solche, die noch in der DJK gespielt hatten und auch jüngere, zum gemeinsamen Fußballspielen. Man trug verschiedene Spiele gegen Mannschaften der Nachbardörfer, wie Ringen und Gelsdorf aus. Diese „wilde“ Sportbetätigung, die von der amerikanischen Besatzung stillschweigend geduldet worden war, untersagten die Franzosen sofort, als sie die Amerikaner ablösten. Sie betrachteten nämlich alle Vereinigungen mit Argwohn, da sie dahinter militärische Organisationen vermuteten. Wenig später jedoch erlaubten sie die Gründung von Vereinen.

Auch in Leimersdorf wollte man wieder einen Verein in Leben rufen. Im Hause von Martin Bell in Oeverich trafen sich daher Max Schaaf aus Oeverich, Josef Fassbender aus Leimersdorf, Albert Schäfer aus Niederich, Paul Bell aus Oeverich (heute Leimersdorf), Josef Görres aus Oeverich und Jakob Hambach aus Leimersdorf, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Anschließend bat man die Militärregierung in Ahrweiler um Erlaubnis, am 03. Mörz 1946 in der Gastwirtschaft Münch in Oeverich eine Gründungsversammlung abhalten zu dürfen. Um alle Fußballinteressierten auf die Gründung aufmerksam zu machen, ließ man bei Plachner in Ahrweiler Plakate drucken – Zeitungen gab es ja damals noch nicht – und hängte sie in mehreren Ortschaften aus. Die Gründungsversammlung war genehmigt worden und fand am festgesetzten Tag statt.

Etwa 40 bis 50 gleichgesinnte junge Männer hatten sich eingefunden. Es kam zur Gründung des Vereins, der den Namen „Sportverein Oeverich“ tragen und seinen Sitz dort haben sollte. Rund 30 Männer traten sofort bei. In den Vorstand wählte man: Willibrord Schmitt als Vorsitzenden, Jakob Hambach als Schriftführer, Josef Görres als Spielführer und Martin Bell als Kassierer. Da man die alten Statuten der DJK nicht mehr zur Hand hatte, suchte man verzweifelt nach brauchbaren Unterlagen für die unbedingt erforderlichen neuen Vereinsstatuten. So stieß man auf die Satzung des Winzervereins Mayschoß. Man modelte sie auf die Verhältnisse eines Fußballvereins um, ließ sie ins Französische übersetzen und schickte sie in sechsfacher Ausfertigung zur Genehmigung an die französischen Behörden in Bad Ems. Daraufhin erhielt der Verein seine Zulassung.

Aufbau des Vereins
Nun ging man an den Aufbau des Vereins. Es war schwierig, Fußballe, Sportbekleidung und Schuhe zu beschaffen. Der „schwarze Markt“ setzte da Grenzen. Schon im Herbst 1946 nahm man an den Meisterschaftsspielen teil. Da man anfangs kein einheitliches Trikot hatte, bestimmten die Schiedsrichter, dass alle Spieler ihre Hemden ausziehen mussten. Spaßhaft wurde der Verein daher bald „SV Bläck“ (bläck = nackt) genannt. Später wurde diese Schwierigkeit durch die Anschaffung einheitlicher blau-weißer Trikots behoben, wozu jeder Spieler einen halben Zentner Weizen geben musste. Um die Finanzlage des Vereins aufzubessern, veranstaltete man zahlreiche Tanzbälle, die alle gut besucht waren, da nach Jahren der Entbehrung das Verlangen nach Vergnügen sehr groß war.

Tagesfahrten zu den Auswärtsspielen
Man spielte damals in der zweiten Kreisklasse. Eine dritte Kreisklasse gab es noch nicht, da nicht viele Vereine bestanden. Aus diesem Grund waren auch die Entfernungen zu manchen Spielorten sehr groß. In derselben Klasse spielten damals die Mannschaften Oberwinter, Unkelbach, Niederzissen II, Ringen, sodann einige Orte entlang der Ahr bis hinauf nach Adenau und Hoffeld. Entsprechend mühselig waren die Fahrten zu den Auswärtsspielen, die besonders bei den weitesten Orten Tagestouren gleichkamen.

Zumeist fuhr man mit August Wirz aus Beller, der mit seinen zwei Pferden und einem Wagen eine Art Spedition betrieb. Er fuhr unter anderem die Ringener Mannschaft und die Apollinarispilger. Er brachte die Spieler entweder direkt zu dem Zielort oder zur Bahn nach Bad Neuenahr, wenn man die Ahr hinauf fahren musste. Dass es bei diesen langen Fahrten, vor allem auf der Rückreise, wenn der Alkohol reichlich floss, häufig stimmungsvoll zuging, kann man sich leicht vorstellen. Manchen Ärger gab es dann, wenn der Wirze August die Spieler an großen Wegsteigungen, so am Roßberg in Altenahr, aufforderte, den Wagen zu verlassen, da die Pferde es sonst nicht schafften.

Der Spielbetrieb
Zum Spielbetrieb selbst lässt sich sagen, dass die Mannschaft zwar keinen Aufstieg in die nächst höhere Klasse schaffte, aber zeitweise in der Spitzengruppe eine Rolle spielte. Auch eine zweite nahm eine Zeit lang an Meisterschaftsspielen teil.

Um 1949 wurde von Lehrer Berres aus Leimersdorf eine Jugendmannschaft ins Leben gerufen, die mit Unterbrechungen mit ca. 1954 bestand. Der Versuch, eine Damenhandballmannschaft zu gründen, scheiterte leider unter anderem deshalb, weil man zu wenig Erfahrung in dieser Sportart hatte und ein geeigneter Handballtrainer nicht zur Verfügung stand.

Trainer und Schiedsrichter
Einen besonderen Trainer gab es nur ein Mal und zwar in den Jahren 1948/49: Willi Humpert aus Remagen, der mit Naturalien bezahlt wurde. Im Winter trainierte man zeitweise im Saal Schüttler in Leimersdorf und kurz auch im Saal in Oeverich. Der dortige Pächter namens Groß erhielt dafür 30 Eier monatlich. Als Schiedsrichter war zuerst Martin Bell aus Oeverich und nach ihm Josef Schneider aus Niederich gemeldet.

Ein neuer Sportplatz
Die Hauptsorge des Vereins bestand in der Beschaffung einer neuen Sportstätte. Der ehemalige Sportplatz an der Schule stand in der früheren Größe nicht mehr zur Verfügung, da die Familie Schmitz ihr Land für die eigene Bewirtschaftung benötigte und das verbleibende Kirchenland für die Meisterschaftsspiele nicht die geforderten Ausmaße hatte. Es bot sich dann die Möglichkeit, auf einem Stück Land von Josef Velten aus Leimersdorf zu spielen, das nordwestlich an das heutige Sportplatzgelände angrenzt. Bald wechselte man aber auf das Gelände des ehemaligen Bahndamms über. Im Jahre 1919 war der Bau der Bahnstrecke Ringen-Nierendorf-Sinzig begonnen, aber nicht zu Ende geführt worden. An der Stelle des neuen Sportplatzes hatte man den Bahnhof Nierendorf geplant. Bereits in den 30er Jahren war das Gelände für die Ausrichtung von Schulsportfesten etwas hergerichtet worden. Um das Jahr 1950 ging man daran, mit großer finanzieller Unterstützung (etwa 6.500 DM) des Fußballverbandes Rheinland bzw. der Sport-Toto GmbH in Koblenz den Platz zu vergrößern und dort zu trainieren. Es wurde ein Rasenplatz geschaffen, der in den nächsten Jahren allen Anforderungen genügte.

Der Verein „schläft ein“
Die Anzahl der Mitglieder des Sportvereins Leimersdorf bewegte sich anfangs zwischen 60 und 70. Später in den 50er Jahren wurden es immer weniger. In der ersten Mannschaft fehlte es an geeignetem Nachwuchs. Die zweite Mannschaft hatte nicht lange durchgehalten. Durch häufige Niederlagen verloren manche die Lust am Spielen. So schlief der Spielbetrieb etwa um 1954 gänzlich ein. Danach führte man nur noch hin und wieder Freundschaftsspiele durch.

Wiederbeginn im Jahre 1963
Nachdem der Spielbetrieb jahrelang geruht hatte, vermisste man immer mehr einen Fußballverein. So setzten sich Werner Esser aus Leimersdorf (später Birresdorf), Heiner Schmitt aus Oeverich (heute Ingelheim), Matthias Fell aus Gimmingen, Franz-Josef Schaaf und Willi Velten aus Leimersdorf zusammen, um den Verein wieder aufleben zu lassen.

Der damalige Pfarrer von Leimersdorf, Alois Geisen, bemühte sich um die Neugründung eines DJK-Vereins. Da jedoch im ganzen Umkreis nur in Königsfeld ein DJK-Verein bestand, alle anderen Vereine aber dem Fußballverband Rheinland angehörten, hätte man, um Meisterschaftsspiele durchführen zu können, auch gleichzeitig dem Fußballverband Rheinland beitreten müssen. Um doppelten Verbandsbeitrag zu sparen, entschied man sich schließlich für den Anschluss an den Fußballverband Rheinland.

Am Abend des 22. Mai 1963 fand im Gasthaus Schüttler in Leimersdorf die Neugründungsversammlung statt. Man gab dem Verein den Namen „Sportverein Blau-Weiß Leimersdorf“. Unter dieser Bezeichnung wurde er 1967 auch ins Vereinsregister eingetragen. Dem ersten Vorstand gehörten an: Jakob Hambach aus Leimersdorf als erster Vorsitzender, Werner Esser aus Leimersdorf als zweiter Vorsitzender, Heiner Schmitt aus Oeverich als Geschäftsführer und Richard Schäfer aus Oeverich als Kassenführer.

Die 1. Mannschaft
Noch im Spieljahr 1963/64 beteiligte man sich an den Rundenspielen der 3. Kreisklasse Ahr. Auf Anhieb wurde man Staffelmeister. Den Aufstieg in die 2. Kreisklasse schaffte man aber nicht, da man im Entscheidungsspiel gegen den Staffelmeister Eifel I, TuWi Adenau II, auf dem Platz in Kreuzberg 2:4 unterlag. Nachdem man im folgenden Spieljahr 1964/65 nur Vizemeister geworden war, schaffte man endlich in der Saison 1965/66 den Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Im Jahr 1970/71 folgte dann der Aufstieg in die 1. Kreisklasse, wo sich die Mannschaft recht erfolgreich schlug, bis sie im Spieljahr 1974/75 wieder in die 2. Kreisklasse abstieg. Einer der Gründe für den Abstieg ist zweifellos darin zu sehen, dass die Mannschaft wegen der Vergrößerung des Leimersdorfer Sportplatzes zwei Jahre lang nur auswärts spielte. Die Heimspiele wurden in dieser Zeit auf den Plätzen in Bengen und Ringen ausgetragen.

Diese Saison beendete die Mannschaft als Tabellen-Zweiter hinter Mayschoß in der 2. Kreisklasse Ahr.

Trainer der ersten Mannschaft waren: Paul Bell, Hubert Wolf, Ewald Löscherbach, Peter Radermacher, Peter Crump, Helmut Lindner, Theo Lambertz, Horst Kohlmeier, Rolf Kleser, Klaus Huse, Rolf Hans, Hans Bremer, Jo Yankee, H.-Wolfgang Drolshagen, Guido Groher, Olaf Poltorak, Carsten Euskirchen, Reiner Hinz, Alfred Mücke, Jürgen Hamacher, Jörg Hemmer, Frank Schäfer, Patrick Meier Dieter Nolden, Klaus Schmickler und seit 2016 Marcel Werner.

Einen sportlichen Auftrieb erhoffte man sich durch eine Spielgemeinschaft mit dem Sportverein von Bengen. Ein entsprechender Vertrag kam am 03. Mai 1976 zu Stande. Gemeinsam wollte man eine so spielstarke 1. Mannschaft aufbauen, dass der Aufstieg in die 1. Kreisklasse geschafft wird. Gleichzeitig sollte wieder eine 2. Mannschaft, ohne die auf Dauer die 1. Mannschaft gefährdet wäre, zusammengestellt werden. Diese 1. Mannschaft spielte mehr als 10 Jahre in der 2. Kreisklasse und nach der Neuordnung in der Kreisklasse B.

In der Saison 1988/89 gelang endlich der ersehnte Aufstieg in die A-Klasse, allerdings konnte die Mannschaft sich dort nur ein Jahr halten. Nach einem erneuten Auf- und Abstieg spielte sie weiter in der B-Klasse.

Am 30. Juli 1993 wurde die Spielgemeinschaft aufgelöst. Auf Beschluss des Vorstandes spielte die 1. Mannschaft in der D-Klasse.

In der Saison 2003/04 gelang unter Trainer Alfred Mücke dann der lang erhoffte Aufstieg in die C-Klasse. Doch leider verließen einige Spieler den schon recht kleinen Kader und so musste man in der
darauf folgenden Saison wieder in die D-Klasse absteigen.

Einen erneuten Anlauf zum Aufstieg unternahm man in der Saison 2008/09. Unter Trainer Frank Schäfer schloss man eine starke Spielrunde mit 65 Punkten als Tabellenzweiter ab und musste daraufhin in die Relegation. Hier traf man auf die 3. Mannschaften aus Andernach und Mayen.
Leider war man in den beiden Spielen chancenlos. Jedoch war auch für Laien recht schnell erkennbar, dass hier bei beiden Gegnern keine D-Klassen Mannschaft auf dem Platz stand und es schien einiges nicht mit rechten Dingen zu zugehen.
Noch während der Mannschaftstour in Spanien erfuhr dann das Team, das die Relegation wiederholt werden musste. Auf Seiten des SVL bekam man allerdings kaum noch eine Mannschaft zusammen und so ging man auch hier in beiden Spielen leer aus. Im Endeffekt stieg dann doch nur Mayen III auf, denn Andernach III meldete wenig später keine Mannschaft für die C-Klasse.

Nach einigen Auf und Abs in den darauffolgenden Jahren, war man in der Saison 2012/13 wieder einmal nah dran und nach einer sehr guten Meisterschaft belegte das Team um den damaligen Trainer Patrick Meier den ersten Tabellenplatz. Allerdings punktgleich mit dem SV Wershofen. Somit musste ein Entscheidungsspiel her, welches trotz drückender Überlegenheit mit 0:1 verloren ging.
Unvergesslich für alle Beteiligten wird bleiben, dass der SV Wershofen kurz vor der Saisonplanung für die neue Spielzeit die Mannschaft zurückzog.
Unbegreiflich für Spieler und Verantwortliche, das der damalige Kreisvorstand den freien Platz in der C-Klasse nicht durch den SVL nachbesetzte, sondern den Platz frei ließ. Somit mussten die Blau-Weißen trotz dem 1. Tabellenplatz erneut in der D-Klasse antreten.

Dann am 01. August 1964 ihr erstes Meisterschaftsspiel gegen Oberwinter II, das sie 6:3 gewinnen konnte. Ein Aufstieg aus der 3. Kreisklasse gelang allerdings während aller Jahre bis zur Abmeldung Anfang 1975 nicht.

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Die 2. Mannschaft
Im Zuge der Bildung der Spielgemeinschaft mit Bengen wurde auch wieder eine 2. Mannschaft gemeldet, die von Conny Kreuzberg geführt wurde. Sie spielte in der D-Klasse. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Conny hatte die zweite Mannschaft immer genügend Spieler und die Stimmung und der Zusammenhalt in der Mannschaft waren stets gut. Zwei Mal erreichten sie die Aufstiegsrunde zur C-Klasse, aber leider blieb ihr der Aufstieg verwehrt. Da der 2. Mannschaft hauptsächlich Spieler aus Leimersdorf angehörten, bildeten diese nach der Auflösung der SG den Großteil der neuen 1. Leimersdorfer Mannschaft.

Die Jugendmannschaften
Bereits seit 1963 bestand auch wieder eine A-Jugendmannschaft, die lange Jahre in der Spitzengruppe spielte. Neben der A-Jugend bestanden anschließend auch weitere Jugendmannschaften.

Ab der Saison 1994/95 ging man auch im Jugendbereich eine Spielgemeinschaft mit den Sportfreunden Bengen, dem Birresdorfer SC und dem VfB Lantershofen ein (heute JSG Bengen, Leimersdorf, Birresdorf, Lantershofen), welche bis heute Bestand hat.
Jahrelang war man in allen Altersstufen, teilweise mit sogar zwei Mannschaften, vertreten. Leider machten sich später auch hier die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar, sodass man besonders in den älteren Mannschaften Schwierigkeiten hatte, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

Alte Herren Mannschaft
Seit vielen Jahren bestand eine Alte-Herren-Mannschaft, die viele Jahre von Willi Jüssen aus Oeverich betreut wurde. In einem regelmäßigen Spielbetrieb fast während des ganzen Jahres führte man Spiele mit befreundeten Mannschaften durch. Man pflegte sogar internationale Beziehungen mit Mannschaften aus Holland und Belgien. Mehrtägige Fahrten in diese Länder und zu anderen deutschen Orten ließen manche sportlich-kameradschaftliche Bindung entstehen.

1976 wurde unter Leitung von Paul Bell aus Leimersdorf eine zweite Alte-Herren-Mannschaft gegründet, die aber nicht lange bestand.

1996 beschlossen die AH-Mannschaften aus Leimersdorf und Birresdorf sich zusammen zu tun, da beide Vereine alleine zu wenig Spieler hatten. Es werden etwa 15 bis 20 Freundschaftsspiele gegen Mannschaften aus der näheren Umgebung bestritten. Seit einigen Jahren besteht eine loser Kontakt zu der AH-Mannschaft aus Mannheim mit gegenseitigen Besuchen. Im Laufe der letzten Jahre fanden immer wieder in unregelmäßigen Abständen Mehrtagesfahrten (natürlich mit Frauen) und verschiedene Aktivitäten statt.

Autor und Quelle: Ottmar Prothmann für die Festschrift von 1976

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SV Leimersdorf wurde 80
„Geburtstagsfeier“ auf neuem Sportplatz – Ehrungen verdienter Mitglieder

Der SV Blau-Weiß Leimersdorf unter Vorsitz von Dieter Bonefas hat seinen 80. Geburtstag gefeiert. Den ganzen Tag ging es auf dem neuen Sportplatz von Leimersdorf sportlich hoch her. Für die Jugend gab es Spiele oder einen Karaoke-Wettbewerb. Viele der 150 Vereinsmitglieder und ihre Freunde nutzten das Fest, um sich einmal wiederzusehen. Abends startete im Zelt am Sportplatz ein zünftiges Oktoberfest mit bayerischen Gerichten.

Es fanden auch einige Ehrungen statt. Für mehr als 20 Jahre Mitgliedschaft erhielten die silberne Ehrennadel: Franz Ferenc, Klaus Schäfer, Alois Sieburg, Wilfried Klein, Jürgen Hamacher, Peter Radermacher, Jürgen Schäfer und Bodo Silkenbeumer.

Für mehr als 30 Jahre Mitgliedschaft wurden mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet: Jürgen Knieps, Alois Moog und Friedhelm Müller. Mehr als 40 Jahre im SV Leimersdorf sind Hans-Peter Moog, Karl-Heinz Reisp, Konrad Kreuzberg, Willi Tschirley, Hans-Wolfgang Drolshagen, Heinz Klesing, Erwin Netterscheidt, Philipp Prangenberg, Horst Rathke, Franz-Josef Schaaf, Hubertus Schüttler und Heinz Velten. Sie freuten sich über die goldene Ehrennadel mit Ehrenkranz. Durch den Fußballverband Rheinland wurden ausgezeichnet: Reiner Hinz und Jürgen Sonntag mit dem Ehrenbrief; Friedhelm Müller und Franz Ferenc mit der bronzenen Ehrennadel sowie Jürgen Hamacher mit der silbernen Ehrennadel.

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Ein neuer Kunstrasenplatz im Jahr 2006
Angesichts der hohen Platzbelegung durch zahlreiche Senioren- und Jugendmannschaften im Trainings- und Spielbetrieb, war es als notwendig erachtet worden, den damaligen Hartplatz zu sanieren und diesen durch einen neuen Kunstrasen zu ersetzen. Bestandteil der Sanierung war vor allem auch eine neue leistungsfähige Flutlichtanlage, ein neuer Ballfangzaun in stabiler Metallausführung sowie für den Schulsport eine neue Sprunggrube. Da der neue Sportplatz zukünftig nur für den Vereinsbetrieb zur Verfügung stehen sollte, wurde gleichzeitig für die Kinder und Jugendlichen aus den benachbarten Orten Leimersdorf und Nierendorf oberhalb des Platzes sowie außerhalb des Zaunes ein neuer Bolzplatz mit Tennendecke angelegt.
Der mit Granulat verfüllte Kunstrasen in Leimersdorf entsprach dem Stand der modernsten Technologie, insbesondere im Bereich der Widerstandsfähigkeit, Langlebigkeit, der ganzjährigen Bespielbarkeit sowie der geringen Pflegeerfordernisse.
Anschließend begann dann die Sanierung des Sportheims. Gemeinsam mit Birresdorfer SC und der Unterstützung vom Sportbund Rheinland, der Gemeinde Grafschaft sowie dem Kreis Ahrweiler wurde das in den 70er Jahren erbaute Sportheim renoviert.

Neue Abteilung
Im Jahr 2015 beschloss der Vorstand eine neue Abteilung zu gründen, da man neben dem Fußball auch weitere Sportarten anbieten wollte. Einmal wöchentlich wird nun im Haus des Dorfes in Leimersdorf ein Workout-Kurs angeboten. Hierbei handelt es sich um verschiedene Übungen zur Steigerung der allgemeinen Ausdauer, sowie Aerobic oder Pilates zu fetziger Musik. Übungsleiterin der Gruppe ist Sibylle Neuhaus aus Nierendorf.

Vereinsvorsitzende seit 1986
1986 – 1992 Gerhard Koslowski
1992 – 1998 Gerhard Koslowski (Stellvertr. Dieter Bonefas)
1998 – 2000 Gerhard Koslowski (Gerhard Hildenbrand)
2000 – 2002 Dieter Bonefas (Gerhard Hildenbrand)
2002 – 2012 Dieter Bonefas (Jürgen Hamacher)
2012 – 2014 Patrick Meier (Jürgen Hamacher)
Seit 2014 Frank Schäfer (Jürgen Hamacher)

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